Dekonstruktion kolonialer Geschichte(n) im Technikmuseum

Abbau Performance & Public Streaming: Raum für neue Perspektiven

Im Technikmuseum in Berlin wurde am 23. August 2020 in künstlerischer Performance die bisherige Inszenierung zum brandenburgisch-preußischen Versklavungshandel in der Dauerausstellung Schifffahrt abgebaut.

In den vielen Jahren ihres Bestehens äußerten vor allem Aktivist:innen der Schwarzen Communities, wie etwa der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. und Berlin Postkolonial e.V., Kritik an der stereotypen und vereinfachten Darstellung der Inszenierung. Schwarze Menschen wurden innerhalb des Kubus, der wie ein Frachtcontainer aufgebaut war, auf ihre Körperlichkeit reduziert und als passive Opfer ohne eigene, widerständige Geschichte dargestellt. Die Dekonstruktion dieser Erzählung im Rahmen der Deinstallation thematisiert die Jahrhunderte lange Präsenz Schwarzer Menschen in der Region, die eng mit dem brandenburgischen Versklavungshandel verknüpft ist und bietet die Möglichkeit widerständige Perspektiven bei der Darstellung jener besonderen deutschen kolonialen Geschichte[n] miteinzubeziehen.

Die künstlerische Gestaltung des Abbaus setzte sich in zwei ineinandergreifenden Performance-Teilen mit der Installation auseinander. Monilola Olayemi Ilupeju beschäftigte sich in ihrer Performance »Wayward Dust« mit dem Staub, der sich über die Jahre in der Installation angesammelt hat. Er symbolisiert die Zeit, die seit der Eröffnung der Installation verstrichen ist, die im Kontrast mit den kontinuierlich leblosdargestellten Figuren aus Styropor steht.  Sie verlassen während Philip Kojo Metzs künstlerisch Performance den Kubus des Museums. Gemeinsam mit seinem Team und Mitwirkenden des Museums demonstriert er den Weg zur Leerstelle. Dabei konzentriert er sich auf die Dekonstruktion der Hülle und der vielen Bauteile der Installation mit seiner Performance SEK »SORRYFORNOTHING EINSATZ KOMMANDO«. 

Mit dem performativen Abbau der Installation wurde nicht nur eine Leerstelle geschaffen, die Raum für eine neue multiperspektivische Betrachtung der Versklavungsgeschichte genutzt werden soll, sondern war zudem der Auftakt eines Pilotprojekts, das in Kooperation mit uns, dem Verbundprojekt DEKOLONIALE Erinnerungskultur in der Stadt, am Deutschen Technikmuseum durchgeführt wird. In zwei weiteren Online-Workshops mit Vorträgen der Historikerin Paulette Reed-Anderson, die im Rahmen des Projektes »Kolonialismus im Technikmuseum – Ein neuer Umgang mit dem brandenburgisch-preußischen Versklavungshandel« stattfinden, soll ein historisches Fundament zur Kolonialgeschichte während des Deutschen Kaiserreiches vermittelt und der Beteiligung Brandenburg-Preußens am Versklavungshandel nachgegangen werden. Um neue Perspektiven auf die damit in Verbindung stehende Geschichte der Schwarzen Diaspora in Deutschland zu ermöglichen, will das Technikmuseum in Zukunft eigene Verstrickungen im kolonialen und postkolonialen Raum thematisieren.

Monilola Olayemi Ilupeju und Philip Kojo Metz c F Wode dekoloniale
Monilola Olayemi Ilupeju bei Performance "Wayward Dust" im Technik Museum ©
Monilola Olayemi Ilupeju zeigt angesammelten Staub bei Performance "Wayward Dust" ©
Performance "Wayward Dust" von Monilola Olayemi Ilupeju im Technikmuseum ©
Monilola Olayemi Ilupeju bei Performance "Wayward Dust" ©
Abbau des Kubus bei Performance SEK »SORRYFORNOTHING EINSATZ KOMMANDO«.  ©
Monilola Olayemi Ilupeju bei Performance "Wayward Dust" im Technik Museum
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Expert:innen

Das fünfjährige Modellprojekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt wurde 2024 beendet +++ Die Projektwebsite wird daher nicht mehr aktualisiert +++ Eine ausführliche Abschlusspublikation zum Projekt ist im September 2025 erschienen +++  Das fünfjährige Modellprojekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt wurde 2024 beendet +++ Die Projektwebsite wird daher nicht mehr aktualisiert +++ Eine ausführliche Abschlusspublikation zum Projekt ist im September 2025 erschienen +++  Das fünfjährige Modellprojekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt wurde 2024 beendet +++ Die Projektwebsite wird daher nicht mehr aktualisiert +++ Eine ausführliche Abschlusspublikation zum Projekt ist im September 2025 erschienen +++ 
Das fünfjährige Modellprojekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt wurde 2024 beendet +++ Die Projektwebsite wird daher nicht mehr aktualisiert +++ Eine ausführliche Abschlusspublikation zum Projekt ist im September 2025 erschienen +++  Das fünfjährige Modellprojekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt wurde 2024 beendet +++ Die Projektwebsite wird daher nicht mehr aktualisiert +++ Eine ausführliche Abschlusspublikation zum Projekt ist im September 2025 erschienen +++  Das fünfjährige Modellprojekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt wurde 2024 beendet +++ Die Projektwebsite wird daher nicht mehr aktualisiert +++ Eine ausführliche Abschlusspublikation zum Projekt ist im September 2025 erschienen +++