Stolpersteine für Martha Ndumbe & Ferdinand Allen

Berlin-Mitte

Am Sonntag, 29. August 2021 wird der Künstler Gunter Demnig Stolpersteine in Erinnerung an Martha Ndumbe (12:40 Uhr, Max-Beer-Straße 24) und Ferdinand James Allen (13:40 Uhr, Torstraße 176-178) verlegen.

In Berlin wurden in den letzten 20 Jahren bereits mehr als 8.500 Stolpersteine verlegt, doch bislang erinnert erst ein Berliner Stolperstein an einen Menschen mit afrikanischer Geschichte. Die Stolpersteine für Martha Ndumbe und Ferdinand James Allen sollen daher auch ein Anstoß sein, das Leben und die Verfolgung Schwarzer Deutscher im Nationalsozialismus stärker in den Fokus zu rücken.

Martha Ndumbe wurde 1902 in Berlin geboren. Nach einer schwierigen Kindheit schlug sie sich im Berlin der 1920er und 1930er Jahre als Prostituierte durch und wurde mehrfach verhaftet. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verschärften sich die Bedingungen für Menschen, die als „asozial“ diskriminiert wurden. Nach längerer Haft wurde Martha Ndumbe am 9. Juni 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück eingeliefert. Sie verlor dort am 5. Februar 1945 ihr Leben.

Ferdinand James Allen wurde 1898 in Berlin geboren, über seine Kindheit ist wenig bekannt. Während des Ersten Weltkrieges wurden er und sein Vater als britische Staatsbürger als „feindliche Ausländer“ in Ruhleben interniert. Aufgrund wiederkehrender epileptischer Anfälle wurde Ferdinand James Allen ab Mitte der 1920er Jahre in der Städtischen Heil- und Pflegeanstalt Wuhlgarten untergebracht. Nach der Machübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Ferdinand Allen dort zwangssterilisiert und schließlich am 14. Mai 1941 im Rahmen der T4-Mordaktion in Bernburg getötet.

Initiiert wurden die beiden Stolpersteine von Robbie Aitken, der als Professor an der Sheffield Hallam University unter anderem zur Schwarzen Community in Deutschland und zu Entschädigungsforderungen Schwarzer Holocaust-Opfer forscht. Die feierliche Verlegung ist eine Kooperation zwischen dem Projekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt und der Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin. Es werden Robbie Aitken, Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial) und Anab Awale (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland ISD) sprechen. Künstlerisch werden die Verlegungen durch Sauti é Haala begleitet.

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